Weisse Frau 📍 Phöben Nr. 67

Die weiße Frau auf dem Räuberberg

Phöben · Mittelmark

Der Fischer fuhr auch sogleich nach Hause, wo er alles fand, wie es ihm die weiße Frau gesagt hatte. Nun wollte er sie wohl gern erlösen, wußte aber doch nicht, ob er es wohl thun dürfe und ob es wohl nicht gar etwa seinem Kinde Schaden oder Tod bringen möchte; er ging daher zu den Nachbarsleuten umher, allein die konnten ihm eben so wenig rathen, wie er sich selber. Da ging er denn zuletzt zum Prediger, der sagte dann, er dürfe es wohl thun, aber das Kind müsse zuerst getauft werden; da ließ er es denn schnell taufen und fuhr nun mit dem Knaben hinüber nach dem Räuberberg. Wie er jedoch da ankam, fand er die weiße Frau weinend und wehklagend, denn das war eine der Bedingungen, die ihr gesetzt waren, daß das Kind, durch welches sie erlöst werden sollte, nicht getauft sein dürfte. Und so erscheint sie immer noch je zuweilen auf dem Räuberberg und harrt, daß der Erlöser kommen solle.