Riesensage 📍 Netzeband Nr. 149

Die Riesenschlacht bei Netzeband

Netzeband · Mittelmark

Der Netzebandsche besteht aus einer dreifachen Umwallung mit tiefem Graben, und links und rechts von derselben ziehn sich noch andre niedrigere Wälle dahin, so wie auch noch näher dem Dorfe zu ein dritter Hünenwall, der sogenannte alte, sich findet, der ganz viereckig ist, an der Temnitz liegt und mit dem andern Ufer ehmals durch eine Zugbrücke verbunden gewesen sein soll, von der man noch Spuren haben will. In den erstgenannten beiden Wällen haben nun, wie man sagt, vor uralter Zeit einmal Riesen gewohnt, die miteinander in einen harten Kampf geriethen, und sich mit den großen Feldsteinen warfen, die ehmals beim Netzebandschen Wall lagen, seitdem er aber beackert wird, fortgebracht sind. Die Bertikowschen haben zuletzt die Netzebandschen besiegt und vernichtet, und diese liegen unweit des Walles in den drei langen und beras'ten Hünenbetten, andre aber auch am Saum des wenige Schritte entfernten Fichtenwaldes in den runden Grabhügeln, in denen man schon einmal einen goldenen Armring gefunden hat. Die Riesen von Bertikow haben aber auch viele Todten gehabt und diese liegen dort begraben in dem Hügel, welcher dicht bei Bertikow an der Temnitz liegt, wo man auch schon alte Schwerter und andre Waffen gefunden. Einige sagen zwar dieser Hügel sei dadurch entstanden, daß einem Hünenmädchen, welches einst die Temnitz zudämmen wollte, und zu diesem Zweck Erde in ihrer Schürze herbeitrug, das Band derselben gerissen und die Erde niedergestürzt sei, Andre aber bestreiten es und sagen, dort lägen die Hünen begraben.