Mädchen vom Wassermann gespeis't
· Mittelmark
Ganz betrübt ging sie nun nach Hause, um die Nachbarsleute aufzubieten, daß sie ihr Kind suchen hülfen, und die gingen auch mit in den Wald, hörten, als sie das Kind bei Namen riefen, ebenfalls seine antwortende Stimme, konnten es aber gleichfalls nicht finden. So suchte man zwei Tage lang, und kam endlich auch an eine moorige Stelle in der Gegend des Teufelssees, wo man das Mädchen halb im Moor steckend fand; zu Aller Verwunderung war es frisch und gesund, und erzählte, wie alle Tage um Mittag ein freundlicher alter Mann aus dem See gekommen sei, der ihr schönes Essen gebracht, wie sie nie zuvor gegessen habe. Darauf ging sie nun mit der Mutter nach Hause, wurde aber bald krank, denn sie sehnte sich immer wieder zurück nach dem See und dem Manne, der ihr so schönes Essen gebracht. Wenige Tage nur lebte sie noch; der Wassermann hatte es ihr angethan.